Sperrzeiten & Schankerlaubnis: Was bei der Gaststättenkonzession rechtlich gilt

Sperrzeiten & Schankerlaubnis: Was bei der Gaststättenkonzession rechtlich gilt

26. August 2026

Wichtiger rechtlicher Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und Orientierung. Er stellt keine verbindliche Rechtsberatung dar. Die Regelungen zu Sperrzeiten und Konzessionen sind in Deutschland stark vom jeweiligen Bundesland und der örtlichen Kommune abhängig (Gaststättengesetz und Landesrecht). Für eine rechtssichere Klärung bezüglich deines spezifischen Betriebes wende dich bitte an dein örtliches Ordnungsamt, einen Fachanwalt für Verwaltungsrecht oder deinen zuständigen Arbeitgeberverband (z. B. DEHOGA). Wir übernehmen keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben oder für Handlungen, die auf Basis dieses Artikels unternommen werden.

Wer ein Restaurant, eine Bar oder ein Café eröffnet, steht oft vor einem Berg aus Papierkram. Zwei der wichtigsten und gleichzeitig komplexesten Themenbereiche sind die Gaststättenkonzession (insbesondere die Schankerlaubnis) und die gesetzlichen Sperrzeiten. Ein Verstoß gegen diese Auflagen ist kein Kavaliersdelikt: Es drohen empfindliche Bußgelder und im schlimmsten Fall der Entzug der Lizenz.

Besonders tückisch wird es, wenn du dein Konzept erweiterst, eine neue Terrasse eröffnest oder spezielle Events bis in die Nacht planst. Wir zeigen dir, worauf du bei der Konzession achten musst, wie sich Sperrzeiten auf deinen Alltag auswirken und wie du deine digitalen Prozesse in Teburio so einstellst, dass du nicht versehentlich Tische außerhalb deiner erlaubten Zeiten vergibst.

Die Gaststättenkonzession: Wann du sie wirklich brauchst

Nicht jeder Gastronomiebetrieb benötigt zwingend eine klassische Konzession (Erlaubnis nach § 2 Gaststättengesetz). Der entscheidende Faktor ist der Alkohol.

Betriebe ohne Alkoholausschank: Wenn du in deinem Café nur Kaffee, Kuchen und alkoholfreie Getränke anbietest oder einen reinen Imbiss betreibst, bei dem die Gäste das Essen mitnehmen, reicht in der Regel eine einfache Gewerbeanmeldung aus.

Betriebe mit Alkoholausschank: Sobald du Bier, Wein oder Spirituosen zum Verzehr an Ort und Stelle anbietest, greift die Erlaubnispflicht. Du benötigst die sogenannte Schankerlaubnis.

Die Schankerlaubnis ist an drei strikte Voraussetzungen geknüpft:

  • Die persönliche Zuverlässigkeit (nachgewiesen durch polizeiliches Führungszeugnis, Auszug aus dem Gewerbezentralregister und Unbedenklichkeitsbescheinigungen vom Finanzamt).
  • Die fachliche Eignung (Nachweis der Unterrichtung durch die IHK über lebensmittelrechtliche Kenntnisse).
  • Die Eignung der Räumlichkeiten (Abnahme durch Bauamt, Feuerwehr und Gesundheitsamt).

Die Tücken der Konzession im laufenden Betrieb

Viele Gastronomen glauben, mit der einmaligen Erteilung der Konzession sei das Thema erledigt. Das ist ein gefährlicher Irrtum, denn die Erlaubnis ist strikt an die genehmigten Räume und das eingereichte Konzept gebunden.

Die Terrassen-Falle: Wenn du im Sommer spontan drei Tische mehr auf den Bürgersteig stellst, als in deinem Grundriss beim Ordnungsamt genehmigt sind, schenkst du dort illegal Alkohol aus. Jede Erweiterung der Fläche (insbesondere Außenbereiche) muss zwingend nachgenehmigt werden.

Konzeptänderungen: Wenn du deine gemütliche Weinbar am Wochenende plötzlich in einen lauten Club mit Tanzfläche verwandelst, entspricht das nicht mehr der ursprünglichen Betriebsbeschreibung. Hier kann das Ordnungsamt schnell einschreiten.

Sperrzeiten: Wenn das Ordnungsamt auf die Uhr schaut

Die Sperrzeit (oft auch "Polizeistunde" genannt) ist die Zeit, in der dein Betrieb geschlossen sein muss. Gäste dürfen in dieser Zeit weder bedient werden, noch dürfen sie sich im Gastraum aufhalten. Das Personal darf natürlich für Aufräumarbeiten bleiben.

Das Problem: Die Sperrzeiten sind in Deutschland Ländersache und teilweise sogar von Kommune zu Kommune unterschiedlich.
In vielen Bundesländern (wie z. B. Bayern oder Nordrhein-Westfalen) gilt oft eine allgemeine Sperrzeit von 05:00 Uhr bis 06:00 Uhr morgens, die sogenannte "Putzstunde".

Der Außenbereich: Hier wird es kritisch. Aus Gründen des Lärmschutzes für die Anwohner (Bundesimmissionsschutzgesetz) müssen Biergärten und Terrassen meist deutlich früher schließen – oft schon um 22:00 Uhr oder 23:00 Uhr.

Events und Partys: Die Sperrzeitverkürzung beantragen

Wenn du ein besonderes Event planst, zum Beispiel eine Silvester-Gala, eine große Hochzeitsfeier oder ein Sommerfest, bei dem die Gäste länger auf der Terrasse sitzen sollen, musst du aktiv werden.

Du kannst bei deiner zuständigen Behörde (meist das Ordnungsamt) eine Ausnahme beantragen: die sogenannte Sperrzeitverkürzung (was eigentlich bedeutet, dass die Sperrzeit nach hinten geschoben wird).
Tipp: Beantrage diese Ausnahmen so früh wie möglich, mindestens vier bis sechs Wochen vor dem Event. Begründe gut, warum das öffentliche Interesse an deinem Event überwiegt.

Passend dazu empfehlen wir dir unseren Beitrag: Event-Planung für Gastronomen: Von der Tischanfrage zum ausgebuchten Event. Darin erfährst du, wie du solche Highlights in Teburio als exklusive Ticket-Events anlegst.

Nachtarbeit: Was du beim Personal beachten musst

Wenn du die Erlaubnis hast, bis tief in die Nacht zu öffnen, bringt das arbeitsrechtliche Pflichten mit sich.
Sobald deine Mitarbeiter regelmäßig nachts (in der Regel zwischen 23:00 Uhr und 06:00 Uhr) arbeiten, haben sie Anspruch auf Nachtzuschläge und besondere gesundheitliche Betreuung.
Wie du diese Zuschläge korrekt und rechtssicher in der Lohnabrechnung behandelst, kannst du in unserem Guide für SFN-Zuschläge detailliert nachlesen.

Zudem gelten auch hier strenge Regeln für die Ruhephasen deines Teams. Lies dir dazu unbedingt unseren Beitrag zu gesetzlichen Pausenzeiten in der Gastronomie durch, um Bußgelder zu vermeiden. Wenn du deinen Mitarbeitern faire Bedingungen für die anstrengende Nachtschicht bietest, ist das zudem ein enormer Pluspunkt für die Mitarbeiterbindung.

Wie Teburio dich vor Sperrzeit-Verstößen schützt

Als Betriebsleiter kannst du nicht jeden Abend bis zur letzten Minute am Tresen stehen und auf die Uhr schauen. Dein digitales System kann dir jedoch helfen, den rechtlichen Rahmen automatisch einzuhalten. Teburio bietet dir dafür verschiedene Stellschrauben, die du global oder gezielt für einzelne Bereiche (z. B. nur für die Terrasse) einstellen kannst.

1. Unterschiedliche Reguläre Zeiten je Bereich definieren
Deine Reservierungszeiten sind die Zeiträume, in denen du Reservierungen akzeptierst. Eine Buchung ist grundsätzlich immer dann möglich, wenn die Startzeit innerhalb dieses Zeitraums liegt.

  • Der Trick für die Sperrzeit: Füge deinen Zeiten die jeweils verfügbaren Bereiche hinzu. So kannst du für den Außenbereich strengere Zeiten hinterlegen als für den Innenbereich. Der Gast sieht online für die Terrasse ab einer bestimmten Uhrzeit schlichtweg keine freien Kapazitäten mehr.

2. Die „Feste Endzeit“ als hartes Limit
Das ist deine wichtigste Funktion für die Sperrstunde: Du kannst deinen Reservierungszeiten eine feste Endzeithinzufügen.

  • Beispiel: Die Terrasse muss um 22:00 Uhr geräumt sein. Wenn du hier 22:00 Uhr als feste Endzeit hinterlegst, verhindert das System automatisch, dass die Dauer einer Reservierung über diese Uhrzeit hinausgeht. Ein Gast, der um 21:00 Uhr für zwei Stunden buchen will, wird das für diesen Bereich nicht tun können.

3. Feste Reservierungszeitpunkte statt fließender Zeiten
Wenn du die Kontrolle noch weiter erhöhen möchtest, wechsle per Klick auf die Reservierungszeiten in den Modus für feste Zeitpunkte.

  • Anstatt Gästen zu erlauben, jederzeit innerhalb deiner Öffnungszeiten zu kommen, gibst du exakte Slots vor (z. B. 18:00 Uhr und 20:00 Uhr). Das macht es für den Service einfacher, den Außenbereich pünktlich zur Sperrzeit leer zu haben, da alle Gäste einen einheitlichen Rhythmus haben.

4. Kurzfristige Spät-Buchungen blockieren
Damit dir niemand in letzter Minute einen Strich durch die Rechnung macht, nutze die erweiterten Einstellungen.

  • Hier kannst du die Option „Online-Reservierungen für den gleichen Tag nicht mehr akzeptieren ab“aktivieren. Sperrst du hier beispielsweise ab 20:00 Uhr die Online-Annahme, kommen am späten Abend keine unerwarteten Gäste mehr über das System rein, die deine Sperrzeit gefährden könnten.

5. Spezielle Tage für Ausnahmen nutzen
Alle oben genannten Einstellungen gelten für deinen regulären Alltag. Stehen Feiertage, ein Stadtfest oder besondere Events an, an denen die Sperrzeit gelockert ist (oder strenger ausfällt), hinterlegst du diese Abweichungen ganz einfach vorab unter dem Reiter „Spezielle Tage“.

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Die Gaststättenkonzession und die gesetzlichen Sperrzeiten sind das rechtliche Fundament deines Betriebes. Wer die Regeln seiner lokalen Behörden kennt und Sondergenehmigungen für Events rechtzeitig einholt, arbeitet stressfreier.

Indem du die Konfigurationsmöglichkeiten von Teburio klug nutzt, um deine buchbaren Zeiten strikt an deine Sperrzeiten anzupassen, schützt du dein Team vor unangenehmen Diskussionen mit Gästen am späten Abend – und dich selbst vor teurem Besuch vom Ordnungsamt.

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